Leitbild für die Dorfentwicklung (Beispiel)

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Lamersdorf – Unser Dorf(leben) ist schön

Wir nehmen die Herausforderungen der Zukunft an. Unser Dorf soll sich weiterentwickeln mit guter Lebensqualität für Einwohner, Arbeitgeber, Landwirtschaft und Tourismus in einer lebendigen Dorfgemeinschaft und naturnahen Landschaft.

Wir werden nicht der Vergangen nachweinen, sondern der Zukunft entgegen lachen. Und dabei versuchen, die Selbstheilungskräfte unseres Dorfes zu mobilisieren und die verschütteten Quellen im Dorf wieder zum Sprudeln zu bringen.

Leitziele „Dorfgemeinschaft – Kultur“

Unsere Dorfgemeinschaft ist ein wertvolles Gut. Wer streben ein tolerantes, entspanntes Miteinander unter allen Bewohnern an. Das Dorfleben ermöglicht jedem Einwohner, seine Ideen einzubringen. Jede Meinung ist uns wichtig.

  • Wir bewahren unsere kirchlichen und weltlichen Traditionen und geben sie an unsere Jugend weiter. Karneval, Maibaumaufstellen, Tag der Feuerwehr, Schützenfest, Sportwoche und die Corneliusoktav bleiben fester Bestandteil in der Jahresplanung.
  • Wir setzen uns ein für die Erhaltung der Kirche, der Cornelius-Kapelle und des kirchlichen Brauchtums.
  • Für einheimische Hobbykünstler und Handwerker richten wir Ausstellungen ein, um ihre Werke einem größeren Publikum vorzustellen.
  • Wir schaffen im Ortsbild Treffpunkte für Jung und Alt.
  • Wir entwerfen ein Lamersdorfer Logo. Das Logo soll das Wir-Gefühl stärken und die Herkunft darstellen. Verwenden kann das Logo jeder, z.B. auf Postkarten, Briefen, Rechnungen usw.

Leitziele „Ortsbild – Ortsentwicklung“

Wir gestalten Lamersdorf schöner und attraktiver. Dabei sollen die vorhandenen Charaktere der einzelnen Ortsteile und der Bausubstanz erhalten und gestärkt werden. Die Maßnahmen unterliegen dabei stets dem Erhalt und der Weiterentwicklung des ländlich geprägten Erscheinungsbildes.

  • Wir wollen die „Dorfmitte“ (Achse Sportplatz – Drieschplatz – Kirche / Markt – Friedhof) herausarbeiten und attraktiv gestalten. Sie soll Jung und Alt zur Kommunikation einladen.
  • Wir wollen dafür Sorge tragen, dass die Ortseingänge einladender gestaltet werden.
  • Wir unterstützen Hausbesitzer bei der Gestaltung des Hausumfeldes, Gärten usw. Wir fördern naturnahe Gestaltung.
  • Wir wollen das Bewusstsein der Bürger für gute Baugestaltung fördern und Fehler vermeiden helfen. Hierzu bilden wir eine „Beratungsgruppe“, die Hausbesitzer berät und Vorschläge unterbreitet.
  • Ein wichtiger Aspekt bei der weiteren Gestaltung des Ortes ist es, Aufenthaltsqualitäten vorhandener Plätze zu schaffen bzw. diese zu stärken und der jeweiligen Nutzung angemessen zu gestalten.

Leitziele „Natur – Landschaft – Ökologie“

Bedingt durch den Braunkohlentagebau liegt Lamersdorf mittlerweile auf einer „Halbinsel“. Die jahrtausende alte Kulturlandschaft in direkter Nachbarschaft wurde vernichtet. (Gesundheitliche) Gefährdungen für Mensch, Natur und Klima sind Folge von Abbau und Verstromung der Braunkohle.

Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen fördern. Unser Ziel ist es, den Mitmenschen behutsam den Umgang mit der Natur näher zu bringen, sie für den Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen zu sensibilisieren und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

In diesem Sinne werden wir uns am Prozess „indeland – Landschaft in Bewegung“ konstruktiv beteiligen.

  • Wir setzen uns dafür ein, dass mehrere prägnante Laubbäume im Ort (Drieschstrasse: Spielplatz, Feuerwehrhaus / Kirche: Turmstraße, Friedhof, Mittelstraße / Ortseingang Corneliuskapelle) erneuert bzw. erhalten bleiben. (z.B. Drieschplatz, Kirche, Ortseingang)
  • Der Naherholungsraum am Fluss Inde ist uns wertvoll und wird weiter erschlossen. Eine Verbindung zur neuen Indeaue wird in Angriff genommen.
  • Der Mühlenteich wird wieder Tiere und Menschen zum Lebensraum.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass die Erneuerbaren Energien die wegfallenden Arbeitsplätze der fossilen Energieversorgung auffangen.

Leitziele „Landwirtschaft – Naherholung – Arbeit im Ort“

Als elementarer Baustein für die Wahrung und die Pflege alter Kulturlandschaften gilt die Landwirtschaft. Im Zuge der Dorfentwicklung muss es ein großes Anliegen sein, die Bedeutung der Landwirtschaft wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.

  • Wir unterstützen den Aufbau eines „Lernort Bauernhof“ und die Einrichtung eines Hofladens.
  • Wir unterstützen die landwirtschaftlichen Betriebe und stärken das Bewusstsein der Einwohner für regionale Produkte.
  • Wir bevorzugen regionale Produkte aus der Landwirtschaft und von den Handwerksbetrieben. Wenn möglich, sollten Produkte für den eigenen Bedarf auch hier gekauft werden.
  • Wir sind uns bewusst, dass der Fremdenverkehr „indeland“ auch für unser Dorf ein Gewinn zu kann. Die Dorfgemeinschaft entwickelt entsprechende Angebote und ermöglicht dem Gast einen angenehmen Aufenthalt. (Geführte Touren, Ferien auf dem Bauernhof, Kindergeburtstag auf dem „Lernort Bauernhof“, …)
  • Für Spaziergänger stellen wir mehr Ruheplätze und Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Die Spazierwege um das Dorf pflegen wir. Eine Erweiterung der Wege streben wir an.
  • Wir organisieren zusammen mit den heimischen Betrieben sog. „Dorfaktionstage“. Die Betriebe öffnen ihre Türen und präsentieren sich überregional einem größeren Publikum.
  • Wir streben den Bau dezentraler Heizkraftwerke an, mit dem die Häuser des Dorfes mit Wäre versorgt werden. (Z.B. Blockheizkraftwerk – Hackschnitzel für die Corneliusstrasse). Bürgergenossenschaften sorgen für die Finanzierung und Arbeitsplätze im Ort.

Leitziele „Mobilität“

Sicherheit und Lebensqualität der Menschen sind wichtig. Wir schaffen sichere Verkehrswege und ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept.

  • Busverbindungen (Eschweiler, Jülich, Düren, Langerwehe inkl. Bahnhof)
  • Mittelstraße (Durchgangsstraße; langsamer Verkehrsfluss / Überquerungshilfen / …)
  • Gemeindestraßen („weg vom Vorrang Auto“)
  • Parkkonzept (Anwohner / Feiern / Kirche / indeland)
  • zukunftsfähiges Mobilitätskonzept (Fußwege / Fahrradwege / Dorfauto / Dorfbus / …)
  • Der Ausbau vorhandener Fußwege und der Aufbau eines Radwegenetzes soll Lamersdorf stärker mit den anderen Indener Ortsteilen (Infrastruktur) und den Naherholungsflächen verbinden.

Leitziele „Lamersdorf in einer globalisierten Welt“

Morgen und Anderswo leben die Menschen, die die Rechnung für unseren Konsum hier und jetzt zahlen. Das Wohlergehen und die Zukunft unseres Dorfes und der Mitwelt sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb beginnen wir hier und jetzt, gemeinsam an einer besseren Welt zu bauen. Dann ist morgen in Lamersdorf und anderswo ein gutes Leben für alle möglich.

  • Partnerschaft mit Dorf in einem Entwicklungsland
  • Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (Dorfuni, Familienzentrum, Lern-Bauernhof)
  • Regionale, ökologische, saisonale, faire Produkte


Leitbild_Beispiel 
(als Druckvorlage; pdf)

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„Nur wer das Ziel kennt, kann auch den Weg beschreiben.“ (Alte Weisheit)

Ein Leitbild / eine langfristige Vision:

Die Bewohner/innen nehmen ihr (Dorf)Leben selbst in die Hand und legen gemeinsam den Kurs fest:

  • DAS wollen wir!
  • AUF DIESEM Weg wollen wir das Ziel erreichen!
  • WIR ERSTELLEN Ziele und Planungen für einen Monat, ein Jahr, … und beginnen damit!

Ein Leitbild, welches von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern mitgetragen wird, soll eine (die) Kernaussage zur angestrebten Entwicklung des Dorfes enthalten. In einer realistischen Perspektive ist der individuelle Charakter, die Unverwechselbarkeit, aufzuzeigen. Für die örtlichen Akteure ist das Leitbild eine Richtschnur für künftige Strategien und Aktivitäten.
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