Fakten „Unterbringung“

Die Aufgabe der kommunalen Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen ist den Gemeinden als weisungsfreie Pflichtaufgabe übertragen worden. Insofern ist es den Gemeinden frei gestellt, wie sie diese Aufgabe erfüllen. (St. Kleemann; Referat 124, Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW, 05.10.2016)
Politische Verantwortung hat der Gemeinderat; die Umsetzung erfolgt durch die Verwaltung!


In der Gemeinde Inden leben am 28.10.2017 178* Menschen, die aus ihrer Heimat (22 Länder) geflohen sind.
Hinzu kommen 14 Männer, die derzeit in Linnich untergebracht werden.

* Wir erhalten keine offiziellen Angaben (Name, Geburtsdatum, Status) von Seiten der Verwaltung (Datenschutz). Daher beruhen unsere Angaben auf persönlichen Kontakt mit den Flüchtlingen und können von den Angaben der Verwaltung (- auch auf Grund des Zähldatums -) leicht abweichen.

Aktuelle Bewohner / Freie Unterkünfte

Frenz:
21 Menschen (davon 9 Kinder/Jugendliche); 1 Haus + 5 Mobilheime
FREI: Am Hohen Ufer 45 = aktuell 1 Mobilheim leer

Inden/Altdorf:
52 Menschen (davon 9 Kinder/Jugendliche); 6 Wohnungen + 2 Gemeinschaftsunterkünfte (1x 7 Pers. / 1x 21 Pers. = Container)
(Containeranlage = 13 freie Plätze; wenn aus Einzel-, Doppelzimmer gemacht werden)
(8 Mobilheime sind bereits gekauft / warten beim Verkäufer in den NL für 300 € monatlich auf ihren Einsatz)

Lamersdorf:
40 Menschen (davon 16 Kinder/Jugendliche); 3 Wohnungen, 7 Mobilheime + 1 Gemeinschaftsunterkunft (8 Personen)
FREI: Mittelstr. 45 = 1 kleine Wohnmöglichkeit

Lucherberg:
34 Menschen (davon 16 Kinder/Jugendliche); 8 Wohnungen

Schophoven:
30 Menschen (davon 13 Kinder/Jugendliche); 5 Wohnungen + 1 Gemeinschaftsunterkunft (6 Personen)

Bemerkungen zur Wohnsituation:

  • Die räumliche Situation ist in den uns bekannten Wohnungen als „gut“ zu bezeichnen.

    Abstriche machen wir in Schophoven, wo in der Schützen- bzw. Rurstrasse ein Raum als einziges Schlafzimmer dient (keine Privatsphäre).
    Für bedenklich halten wir die Unterbringung in der Schlichstraße, wo eine große Familie das Gebäude gemeinsam mit allein reisenden Männern nutzen muss. Die Gemeinschaftswohnung der Männer hat in der Küche keine Heizung und tlw. Einfachverglasung.

  • Die räumliche Situation in den einzelnen Zimmern („Zellen“) der großen Containeranlage könnte noch als „zufriedenstellend“ bezeichnet werden,

    wenn nicht die Gesamtcontaineranlage – vor allem durch fehlende Sozialräume und Privatsphäre – als „kritisch“ anzusehen ist. Es gibt nur einen einzigen Sozialraum pro Etage für bis zu 18 Personen unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen – in welchem auch gekocht wird; zudem sind bei sommerlichen Temperaturen die Räume sofort überhitzt.
    Die Aufstockung mit der zweiten Etage (OG) hat diese Situation unweigerlich verschärft. Hier wäre ein anderer Platz – in einem anderen Ort der Gemeinde – ratsamer gewesen.

  • Die Situation in den Mobilheimen (… wir nennen es mit leichtem Schmunzeln „Wohnpark Frenz“ oder „Wohnpark Lamersdorf“ … die Verwaltung spricht von „Chalets“) ist ähnlich „kritisch“ wie die der Containeranlage.

    Im Sommer Gefahr der Überhitzung, im Herbst & Winter werden die Mobilheime nicht warm; dafür läuft das Wasser an Wänden und Fenstern herunter.
    In Frenz kann in den Mobilheimen nicht gekocht werden. Dort stehen im OG Sportlerheim Herde und Waschmaschinen zur Verfügung (= bei Wind und Wetter muss der Wagen zum Kochen verlassen werden).
    (Sichere) Unterstellplätze für Fahrräder oder Kinderwagen fehlen an beiden Plätzen.

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Wir nehmen uns das Recht, durch die fast tägliche Arbeit in den Unterkünften, folgende Fragen zu stellen:
(12.09.2016)

CONTAINER
– es gibt seit Anfang Januar 2016 eine Türklingel für das OG (aktuell defekt und viel zu leise); im EG gibt es keine.
– in den Küchen (EG wie OG) fehlt es an Arbeitsfläche / Arbeitsplatte; so müssen die Speisen auf den Zimmern zubereitet werden.
– in der Küche EG steht ein Herd hinter der Tür Wie soll da sicher gekocht werden?
– in der Küche OG steht ein Kühlschrank hinter der Tür. Ein Kühlschrank in der Küche ist (weder im EG noch im OG) notwendig – er wird nicht genutzt. Keiner der Bewohner lagert hier seine Speisen und Lebensmittel. Auch die Spülmaschine im OG hätte eingespart werden können.

 

Es gibt keinerlei hauptamtliche pädagogische Betreuung für die Unterkünfte!

Die Menschen im Asylkreis kommen mit ihrer freiwilligen Arbeit seit vielen Monaten an ihre Grenzen. Das bisherige friedliche Zusammenleben von 20 Nationen, die Einhaltung hygienischer Mindeststandards in den Unterkünften (Ausnahme EG Container) ist den geflohenen Menschen und dem Einsatz der Freiwilligen zu verdanken.
Die Menschen in allen Unterkünften – ob in gemieteten oder neu gebauten (geplanten) Objekten, ob im Container oder Wohnwagenpark – benötigen pädagogische Beratung, personelle Begleitung und einen gemeinsamen Alltag mit der Indener Bevölkerung; Tag für Tag! Integration ist nur durch Menschen möglich, da reichen Informationsvermittlung, Bett und Kühlschrank nicht aus.
Das berühmte Gespräch über den Gartenzaun, bauliche öffentliche Begegnungsplätze an den großen Unterkünften, die erwähnte notwendige tägliche persönliche Betreuung vermitteln Werte, ermöglichen neue Erfahrungen und persönliche Gewinne, auch für das Gemeinwesen.

(Stand: 28.11.2017) 

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